Wenn das Bauchgefühl den Tag rettet
Wisst ihr, eigentlich wollte ich heute über die faszinierende Kunst schreiben, wie man angetrocknete Nudeln vom Hochstuhl meißelt. Aber dann liest du die Nachrichten und dir bleibt der Kaffee im Hals stecken. Und zwar so richtig. In Hessen wurde ein Erzieher festgenommen. Der Vorwurf? Er soll sich an vierjährigen Kindern vergangen haben. Vier Jahre alt. Das ist das Alter, in dem sie gerade erst lernen, wie man sich die Schuhe zubindet und uns mit ihren „Warum?“-Fragen Löcher in den Bauch fragen.
Und als ob das nicht schon krank genug wäre:
Der Typ hatte offenbar die Zeit und die Ruhe, das Ganze auch noch zu dokumentieren und Bildmaterial zu erstellen.
Wie zum Teufel passiert sowas?!
- Wo waren die Kollegen?
- Wo war die Leitung?
- Wo war das ach so tolle „pädagogische Konzept“, das in jedem Flyer steht?
Da wird über die richtige Sorte Bio-Dinkel-Kekse debattiert, aber im Hintergrund läuft das dunkelste Szenario ab, das man sich als Eltern vorstellen kann. Es macht mich einfach nur fassungslos und unfassbar wütend. Da draußen gibt es Kontrollen für die Krümmung von Gurken, aber in einem sensiblen Bereich wie einer Kita kann jemand offensichtlich ungestört Material produzieren, bei dem sich jedem normalen Menschen der Magen umdreht.
Danke, Minibausl!
Während ich das lese, schaue ich Minibausl an und könnte sie (und das Universum) einfach nur knutschen.
Minibausl hatte nämlich von Anfang an so gar keinen Bock auf den Kindergarten-Zirkus. Was wir damals als „anstrengende Phase“ und „warum willst du denn nicht spielen gehen?“ abgetan haben, fühlt sich heute an wie ein „Sechser im Lotto mit Zusatzzahl“.
Manchmal wissen die Kleinen eben doch instinktiv, wo sie hingehören: Nämlich weg von Systemen, die offensichtlich solche Lücken haben.
Mein Held: Papabausl
Und dann ist da noch Papabausl. Der Mann, der damals einfach alles hingeschmissen hat. Keine Lust mehr auf den 9-to-5-Wahnsinn, keine Lust auf das Kind-irgendwo-abgeben-müssen. Er ist zu Hause geblieben. Er zog das Ding mit Minibausl durch. Damals haben vielleicht einige den Kopf geschüttelt („Und die Karriere?“, „Ist das nicht ein bisschen viel?“). Heute kann ich nur sagen: Scheiß auf die Karriere.
Wir sind so unfassbar glücklich mit unserer Entscheidung:
- Kein Kindergarten-Stress.
- Keine dubiosen „Betreuer“.
- Kein Bangen, ob das Kind heute wirklich sicher ist.
Minibausl blieb bei uns zuhause. Punkt.
Das System hat bei uns verspielt, bevor es überhaupt eine Chance hatte.
