… und ich jetzt plötzlich konsequent sein soll
(Spoiler Es liegt an mir)
Der heutige Mama-Beitrag fühlt sich ein bisschen an wie ein persönlicher Schuldeingeständnis-Blogpost, verpackt in ganz viel Galgenhumor. Denn ich habe etwas Wichtiges erkannt – und dieses „Etwas“ sitzt gerade in ihrem Zimmer und testet die neu eingeführte Regel zur „Auszeit-Kiste“ bis zum Äußersten.
Die goldene Ära der Nachgiebigkeit
Lassen Sie mich die Ausgangslage erklären. Meine wundervolle 8-jährige Tochter ist… sagen wir… ein Kind des Luxus. Nicht materiell, sondern im Hinblick auf die Regelauslegung.
Die letzten Jahre waren bei uns im Hause eher von der Devise geprägt: „Ach komm, das eine Mal drück ich ein Auge zu.“ oder der Klassiker: „Ist jetzt einfacher, wenn ich es schnell selbst mache.“ Und wenn es ganz schlimm wurde, trat der Papa auf den Plan und regelte das Ganze mit einer Engelsgeduld, die ich mir hätte patentieren lassen sollen. Papa war jahrelang der „Chef-Organisator“ und ich? Ich war die „Wird-schon-schiefgehen-Mama“.
Fazit der Nachgiebigkeit: Meine Tochter hat gelernt: Wenn Mama etwas sagt, ist das eine freundliche, unverbindliche Vorschlag für ein besseres Leben, der in 9 von 10 Fällen nach kurzer Verhandlung oder durch Papas Eingreifen hinfällig wird.
Willkommen im Konsequenz-Boot – Mama ertrinkt fast
Jetzt, da Papa beruflich mehr eingespannt ist, muss ich in diese Fußstapfen treten – und das ist so, als würde man versuchen, von heute auf morgen eine Diktatur in einem anarchistischen Staat zu errichten.
Ich habe plötzlich Regeln, ich habe plötzlich logische Konsequenzen (die ich mir in mühsamer Nachtarbeit zusammengesucht habe). Und meine Achtjährige? Die schaut mich an, als hätte ich einen dritten Kopf bekommen.
Sarkasmus-Moment: Sie liegt auf dem Boden neben dem Korb, in den ihre Wäsche gehört. Ich sage freundlich: „Bitte in den Korb, Schatz.“ Sie ignoriert mich. Ich sage nach 5 Minuten mit erhobener Stimme: „Wenn die Wäsche nicht im Korb ist, kommt sie für einen Tag weg.“ Ihre Antwort? Ein herzhaftes Kichern. Sie denkt, das ist unser neues Rollenspiel: „Mama als schlecht bezahlter Konsequenz-Roboter“.
Man könnte meinen, ich habe die letzten acht Jahre damit verbracht, ihr das NICHT-HÖREN aktiv beizubringen. Und genau das habe ich getan.
Der Wandel: Wir Eltern müssen mit dem Kind mitwachsen
Hier kommt die bittere Pille (die ich dankenswerterweise zuerst schlucken musste): Unsere Kinder sind ein Spiegelbild unseres Systems. Wenn das System inkonsequent, unklar oder emotional ist, ist das Kind verwirrt.
Meine Achtjährige ist wundervoll! Sie ist draußen der hellste Stern, weil sie weiß, welche Regeln dort gelten und dass diese Regeln nicht zur Debatte stehen. Und das ist das Fazit für mich:
- Die Fehler liegen bei mir/uns: Nicht in ihren (wundervollen!) Genen.
- Konsequenz ist Liebe: Es ist anstrengend, aber es gibt ihr Sicherheit.
- Es geht nicht über Nacht: Wir müssen jetzt gemeinsam lernen. Sie, dass Mama es ernst meint. Und ich, dass ich stark bleiben und meine Komfortzone der Nachgiebigkeit verlassen muss.
Wir starten in eine neue Ära. Die Ära der Logischen Konsequenzen. Es wird Tränen geben (meine), es wird Zähneknirschen geben (meine), aber am Ende wird meine Tochter dadurch nur noch stärker und selbstständiger.
Denn ja, meine Tochter ist zwar eine kleine Wiederholungstäterin im häuslichen Chaos, aber sie ist der absolute Sonnenschein meines Lebens. Und für diesen Sonnenschein stehe ich jetzt jeden Tag auf und spiele (mit neuem Sarkasmus) den unnachgiebigen Konsequenz-Roboter
