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„Mini und der verlorene Hausschuh“

Die Abenteuer der Familie BausL · 2 Minuten Lesezeit

Titelbild: „Mini und der verlorene Hausschuh“

Der Morgen begann wie so oft an der Küste: Möwen kreischten über den roten Ziegeldächern, und vom Hafen wehte der salzige Duft des Meeres bis in die kleine Straße hinein. Mini gähnte, rieb sich die Augen und wollte aus dem Bett hüpfen – doch sie hielt inne. Nur ein Hausschuh stand vor ihrem Bett. Der linke. Der rechte war verschwunden. „Hm … komisch …“, murmelte sie und beugte sich hinunter. Unter dem Bett lagen nur Staubwölkchen, die aussahen wie kleine Schäfchen. Im Schrank hingen ihre Kleider, hinter dem Stuhl war auch nichts. Der Hausschuh blieb verschwunden. „Mama! Papa! Mein Hausschuh ist weg!“ rief sie. Schon stapfte Papa die Treppe herauf, noch im karierten Flanellhemd. „Ein Schuhdieb?“, fragte er mit gespieltem Ernst. „Na, wenn der hier durchs Haus geschlichen ist, dann muss er barfuß unterwegs sein!“ Mini kicherte, aber ihr Herz klopfte ein bisschen schneller. „Oder … vielleicht war’s ein Gespenst?“ „Gespenster mögen keine roten Schuhe“, meinte Papa verschmitzt und zwinkerte. Da kam Mama mit ihrer Kaffeetasse in der Hand. „Gespenster gibt es nicht“, sagte sie ruhig. „Aber manchmal treiben sich hier ganz listige Räuber herum …“ In diesem Augenblick huschte ein grauer Schatten durchs Zimmer. „Miau!“ „Da!“, rief Mini und zeigte auf Pepper. Die Katze schlich mit erhobenem Schwanz über den Teppich. Unter ihrer Pfote lugte etwas Rotes hervor. „Der Schuhdieb ist gefasst!“ rief Papa lachend. Mini griff zu. Ihr Hausschuh! Warm und voller Katzenhaare. „Pepper!“, rief sie streng, konnte sich aber das Lachen nicht verkneifen. „Du bist schlimmer als ein echter Räuber.“ Mama schüttelte den Kopf, klopfte den Schuh aus und stellte ihn Mini hin. „Na, wenigstens wissen wir jetzt, wer dahintersteckt.“ Mini schlüpfte hinein und atmete auf. „Endlich. Jetzt kann der Tag losgehen.“ Papa legte ihr den Arm um die Schulter. „Komm runter, mein Schatz. Nach so einem Abenteuer brauchen wir ein richtig gutes Frühstück.“ In der Küche wartete schon der gedeckte Tisch: Schwarzbrot mit Butter, frischer Honig, Käse aus der Molkerei und ein Krug Milch. Draußen läutete die Kirchenglocke, und von der Straße her rief Nachbar Hinrich seinem Hund ein „Kumm man röver!“ zu.

Mini biss herzhaft ins Brot und sah Mama und Papa an. „So fühlt sich Zuhause an“, dachte sie still – während Pepper sich schnurrend direkt neben den beiden Hausschuhen zusammenrollte.

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